Eitrige Angina – Vorsicht ist geboten

Eine Rachenuntersuchung bringt Gewissheit

Der Begriff „eitrige Angina“ ist in der Medizin nicht eindeutig definiert. Eine eitrige Angina kann sowohl eine Entzündung der Mandeln (Tonsillen) als auch der Lymphbahnen (Seitenstränge) im Rachen bedeuten.

Die Seitenstrangangina ist eine relativ seltene Variante der Pharyngitis, einer Entzündung der Schleimhaut im Rachenraum (von gr.: φάρυγξ, pharynx – Rachen, Schlund und -ίτιδα, -ítida, – griechische Nachsilbe, die eine entzündliche Krankheit bezeichnet). Sie wird ausgelöst durch eine bakterielle Infektion, welche die im seitlichen, hinteren Rachen hinunterlaufenden Lymphbahnen, auch Seitenstränge genannt, betrifft. Diese Lymphbahnen schwellen dann an und verfärben sich rötlich. Die Bakterien, bei denen es sich zumeist um Streptokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken handelt, erzeugen einen gelblich weißen Schleim, der sich auf die Seitenstränge legt. Deswegen bezeichnet man die Seitenstrangangina auch oft als eitrige Angina, obwohl es sich bei dem Belag auf den Lymphbahnen nicht wirklich um Eiter handelt.

Aber auch eine Mandelentzündung (Tonsillitis von lat.: tonsilla – Mandel) wird zuweilen eitrige Angina genannt. Eines der Symptome einer Angina tonsillaris ist nämlich auch ein weißlicher Belag der Rachenmandeln. Dabei handelt es sich aber ebenfalls in Wirklichkeit nicht um Eiter sondern um einen Belag von Fibrin, einem Blutgerinnungsprotein. Somit ist auch diese Verwendung des Begriffs „eitrige Angina“ im Grunde unkorrekt.

Da die eitrige Angina in jedem Falle ein fortgeschrittenes Stadium einer Entzündungserkrankung beschreibt, ist ein Arztbesuch unbedingt angeraten. Weil die Infektion meistens auf Bakterien zurückgeht, wird in der Mehrzahl der Fälle eine Behandlung durch eine Antibiotikumtherapie verschrieben, wodurch sie in der Regel schnell abklingt. Wird die eitrige Angina jedoch nicht behandelt, können Komplikationen wie Abszesse, Sepsen, eine Ausbreitung der Entzündung auf andere Organe wie z. B. das Mittelohr, die Nieren oder sogar das Herz sowie rheumatisches Fieber und Thrombose eintreten.

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